Viehscheid in Oberstdorf: der lauteste Tag im Jahr
A bissle Staub, a Maß und ganz viel Blasmusik
Erst hört man sie, dann sieht man sie. Rund 1 000 Tiere kehren beim Viehscheid zurück ins Tal. Der beste Platz dafür? Den verraten wir Ihnen.
Der Alpsommer dauert rund 100 Tage. Oben die Bergwiesen, der Nebel am Morgen, die Sonne am Nachmittag. Unten das Dorf, das wartet. Am Samstag, 12. September 2026, geht dieser Sommer zu Ende: Beim Viehscheid in Oberstdorf kehren rund 1 000 Tiere von Bierenwang, Taufersberg, Haldenwang, Rappenalpe und Biberalpe zurück ins Tal. Vom Hotel Filser aus sind Sie in wenigen Minuten mittendrin im Geschehen.
Zuerst hört man sie. Das Läuten der Schellen zieht übers Ried, lange bevor die erste Herde sichtbar wird. Dann kommen die Hirten und Hirtinnen, sonnengegerbt und stolz nach einem Sommer auf der Alpe. Vorneweg das Kranzrind, geschmückt mit Tannenzweigen, Blumen und Spiegeln. Wie könnte man seine Dankbarkeit sichtbarer ausdrücken für einen gut verlaufenen Bergsommer?
Ab 08.30 Uhr öffnet das Festzelt am Nordic-Zentrum im Ried, gegen 09.00 Uhr treffen die ersten Herden ein. Auf dem Scheidplatz werden die Tiere sortiert, aufgerufen und ihren Bäuerinnen und Bauern übergeben. Jedes Rind findet zu seinem Hof zurück, jeder Hirte und jede Hirtin bekommen Applaus. Danach spielt die Musikkapelle Oberstdorf, dazu gibt es Scheidwurst und Allgäuer Brauhausbier in der Maß.
Ein paar Tipps für Ihren Tag
- Früh dran sein: Die besten Plätze am Zaun sind gegen halb neun vergeben.
- Feste Schuhe und eine warme Jacke: Der Boden ist feucht, die Morgenluft frisch.
- Mit Bus und Bahn anreisen: Vom Busbahnhof fahren Pendelbusse zum Scheidplatz.
- Ruhig bleiben: Abstand zu den Tieren halten, Hunde bleiben daheim.
- Bargeld einstecken: Im Festzelt geht es angenehm altmodisch zu.
Einen Tag vorher, am Freitag, feiert der Ortsteil Schöllang seinen eigenen Viehscheid. Rund 600 Tiere, ein kleineres Zelt, urige Musik – für viele Gäste das persönliche Lieblingsplätzle. Zwischen beiden Tagen bleibt Zeit für eine Runde durchs Trettachtal.
Nach so einem Tag tut Ruhe guat. Bei uns im Hotel Filser warten Hallenbad, Sauna und ein Abendessen, das den Trubel langsam ausklingen lässt. Draußen wird es still. Nur die Schellen läuten im Kopf noch ein bissle weiter.


